Dieser Vergleich der Schutzrelais von Schneider Electric und Eaton dient als Einkaufsführer für die Relaisfamilien beider Marken und behandelt Produktlinien, IEC-61850-Kompatibilität, Sicherheitsarchitektur und Gesamtbetriebskosten. Beide Anbieter produzieren Schutzrelaisfamilien, die vom industriellen Motorschutz bis zur Automatisierung von Umspannwerken für Energieversorger reichen. „Schneider Electric“ und „Eaton“ bezeichnen jedoch nicht ein und dasselbe Produkt, und auch „Schutzrelais“ ist nicht gleichzusetzen. Allein bei Schneider Electric gibt es zwei strukturell unterschiedliche Familien (SEPAM und MiCom) mit verschiedenen Schutzfunktionen. Eaton hingegen bietet in seinem aktuellen digitalen Produktportfolio eine neue Familie (EDR3000/EDR5000, E-Serie) speziell für den Schutz von IEC-61850-konformen Abzweigen und Transformatoren an. Dieser technische Vergleichsleitfaden erläutert die Produktlinienstruktur, die Kompatibilität mit digitalen Umspannwerken gemäß IEC 61850, die Sicherheits- und Diagnosearchitektur, den Funktionsumfang der Schutzsysteme, eine Auswahlmatrix für Spannung und Anwendung, die Kostenstruktur und die Inbetriebnahme nach dem Kauf. Grundlage hierfür sind öffentlich zugängliche technische Unterlagen, Seiten zur Normenkonformität und unsere eigene Produktlinie für Relaisprüfungen – kein unabhängiger Laborvergleich beider Marken. Die weiter unten stehende Auswahlmatrix für Spannung und Anwendung ermöglicht eine direkte Vorauswahl anhand von Spannungsklasse und Anwendung. Der Abschnitt „Branchenausblick“ schließt mit dem sogenannten „25-Jahres-Retrofit-Klippen“-Thema – der Kennzahl zur alternden Infrastruktur, die die Nachfrage nach Nachrüstungen in dieser gesamten Produktkategorie maßgeblich beeinflusst.
Schutzrelais von Schneider Electric vs. Eaton: Überblick und Vergleich auf einen Blick

Ein Schutzrelais erkennt elektrische Störungen wie Überstrom, Erdschluss, Distanz- oder Differenzstrom und sendet ein Auslösesignal an einen Leistungsschalter. Das Relais selbst unterbricht den Stromfluss nicht, sondern der Leistungsschalter. Schneider Electric und Eaton gehören neben Siemens, ABB, SEL und GE zu den etablierten Anbietern von Schutzrelais in diesem Bereich. Sie alle bieten mikroprozessorgesteuerte Geräte an, die in den meisten Neuinstallationen elektromechanische Einheiten ersetzt haben. Die relevanten Produktlinien von Schneider sind SEPAM (Industriequalität, aus der Übernahme von Merlin Gerin 1992) und MiCom (Energieversorgungsqualität, übernommen durch die Aufspaltung der AREVA-Transaktions- und Verteilungssparte). Eatons aktuelles digitales Angebot konzentriert sich auf die Produktfamilien EDR3000/EDR5000 und E-Serie. Diese Tabelle bietet einen ersten Überblick, bevor in den folgenden Abschnitten Produktlinien, Normenkonformität und Sicherheitsarchitektur detailliert beschrieben werden.
| Attribut | Schneider Electric | Eaton |
|---|---|---|
| Primäre Produktfamilien | SEPAM (Serie 20/40/60/80); Marke MiCom (wird heute parallel von Schneider Electric unter der Marke PowerLogic und von GE Vernova vertrieben – ein Überbleibsel der Aufspaltung von AREVA T&D im Jahr 2010 und der Übernahme des Netzgeschäfts von Alstom durch GE im Jahr 2015, siehe unten) | Familie E-Serie (EDR3000/EDR5000 Einspeiseschutzmodelle; EMR-3000 Motorschutzmodelle; Transformatorschutzmodellnummer in diesem Leitfaden nicht unabhängig verifiziert) |
| Typischer Marktfokus | SEPAM: Industrie/Gewerbe. MiCom (eine Marke, die Schneider parallel zu GE Vernova vertreibt und die Bereiche von der Zuleitung bis zum Übertragungsnetz abdeckt): Schutz von Versorgungsunternehmen und Übertragungsnetzen. | Schutz von Speiseleitungen und Transformatoren, digitale Umspannwerke |
| IEC 61850 Unterstützung | Laut Schneiders eigenem Handbuch ist dies für die SEPAM-Serien 20/40/60/80 dokumentiert; laut Drittanbieterquellen ist es bei MiCom ab Serie 40 Standard – die Einstiegs-Einspeiseklemmen der Serien 20/30 werden üblicherweise nur als Legacy-Protokoll (Modbus/Courier/IEC 60870-5-103/DNP3) und nicht als IEC 61850-kompatibel gemeldet. | GOOSE-Messaging auf der E-Serie (gemäß Eatons öffentlicher Produktliste; in diesem Leitfaden nicht unabhängig verifiziert) |
| Hervorragendes Sicherheits-/Diagnosemerkmal* | Eingang für Lichtbogenlichtsensor (Serie P5, gemäß öffentlicher Referenzen) | Zonenselektive Verriegelung (ZSI) |
Lichtbogenerkennung und zonenselektive Verriegelung sind branchenweit verbreitete Schutztechniken, die von verschiedenen Anbietern (auch von anderen) angeboten werden. Diese Zeile zeigt, welche spezifische Technik die jeweilige Flaggschifflinie der Marke in ihren öffentlichen Dokumentationen hervorhebt, nicht eine exklusive Funktion, die bei der anderen Marke nicht verfügbar ist. Im entsprechenden Abschnitt weiter unten werden die Unterschiede zwischen den beiden Techniken erläutert.
Die Auswahl eines Schutzrelais, also eines elektrischen Geräts, das letztendlich für den Schutz der elektrischen Anlagen eines Gebäudes verantwortlich ist, muss Ihrer Anwendung und Spannungsklasse entsprechen, bevor die Markenpräferenz eine Rolle spielt: Weder Schneider Electric noch Eaton sind für eine generische Anwendung und Spannungsklasse die „bessere“ Wahl. Die richtige Auswahl hängt davon ab, ob Ihre Spannungsklasse zur passenden Produktfamilie passt, ob die Einhaltung der IEC 61850 zwingend erforderlich ist und mit welcher bestehenden installierten Infrastruktur Sie das Relais integrieren. Die untenstehende Auswahlmatrix „Spannung x Anwendung“ ermöglicht es Ihnen, anhand von Spannungsklasse und Anwendung direkt die passenden Produkte auszuwählen.
Produktlinienübersicht: SEPAM, MiCom vs. EDR3000/EDR5000/E-Serie

SEPAM und MiCom sind die beiden Schutzrelais-Familien von Schneider Electric. Die wesentlichen Unterschiede zwischen ihnen liegen in der Unternehmensgeschichte: Ein Schneider-Schutzrelais ist nie einfach nur „ein Schneider-Relais“, sondern immer ein spezifisches SEPAM- oder MiCom-Gerät. Diese wurden im Laufe zweier unterschiedlicher Unternehmensgeschichten entwickelt und dienen nach wie vor verschiedenen technischen Anwendungen. SEPAM geht auf die Übernahme von Merlin Gerin im Jahr 1992 zurück und ist für industrielle, gewerbliche und Infrastrukturanwendungen konzipiert.
Die Unternehmensgeschichte aus Sicht von MiCom ist komplexer: Branchenberichten zufolge wurde die Marke Ende der 1990er-Jahre unter dem Namen GEC Alstom eingeführt, ging über Alstom an AREVA T&D. Als Alstom und Schneider Electric 2010 gemeinsam Areva T&D übernahmen, ging das Übertragungsgeschäft an Alstom und das Geschäft mit Verteilungsnetzen und Netzautomatisierung an Schneider Electric (der Wert der Transaktion wird von Branchenkennern üblicherweise mit einer Aufteilung von etwa 2:1 zwischen Alstom und Schneider angegeben, obwohl dieser Artikel keine wörtliche Quelle für diese genaue Aufteilung enthält). Alstoms Netzgeschäft wurde wiederum 2015 von General Electric übernommen; dieses Geschäft firmiert nun als GE Vernova Grid Solutions, nachdem General Electric seine Energiesparte 2024 in das unabhängige Unternehmen GE Vernova ausgegliedert hat. Das praktische Ergebnis ist eher parallel als exklusiv und passt nicht vollständig zu einer klaren Interpretation der Trennung von 2010, die besagt, dass das Getriebe an Alstom ging – dieser Artikel fand keine öffentlich zugänglichen Quellen, die genau erklären, wie Schneider wieder eigenständig MiCom-Modelle der Getriebestufe anbieten konnte, sondern nur die Bestätigung, dass dies aktuell der Fall ist. Ein direkter Abgleich mit den aktuellen Produktkatalogen der jeweiligen Unternehmen zeigt, dass Schneider Electric heute unter dem Dach der PowerLogic-Serie MiCom-Relais in verschiedenen Ausführungen anbietet – darunter die Produktfamilien P34x (Generatorschutz) und P54x (Leitungsdifferenzial- und Distanzschutz). GE Vernova hingegen vertreibt unabhängig davon MiCom-Modellnummern, die sich teilweise überschneiden (eigene P54-Serie – vollständig verifiziert anhand der GE Vernova-Produktseite für P54; die Produktbezeichnung von GE führt außerdem die benachbarten Modelle P34x und P84 in derselben Familie „MiCOM P40 Agile 5th Generation“ auf, obwohl diese beiden Seiten für diesen Artikel nicht separat abgerufen wurden). Diese Modellnummern gelten als Fortsetzung der AREVA/Alstom-Produktlinie für Übertragungsnetze. Wie die P34x-Relais befinden sich auch diese Herstellernummern außerhalb der in der obigen Serienreferenztabelle verwendeten Nummerierung der Serien 20–80 (die Nummerierung stammt von einem Drittanbieter und nicht von Schneiders offizieller Katalogstruktur Px10/Px30/Px40). Eine Zuordnung ist daher nicht möglich. P54/P84 auf einer bestimmten Reihe der Serie 40-80. Keines der beiden Unternehmen besitzt derzeit die Exklusivrechte an der MiCom-Serie 40+. Bitte bestätigen Sie die genaue Modellnummer, den Supportkanal und die Garantiebedingungen bei Ihrem jeweiligen Anbieter, da dieselben Serien-/Modellnummern in den aktuellen Preislisten beider Unternehmen aufgeführt sein können. Die SEPAM-Produktfamilie von Schneider bleibt neben dieser gemeinsamen MiCom-Marke eine separate, ausschließlich von Schneider entwickelte Produktlinie.
Funktionale Konsequenzen sind hier wichtiger als die Unternehmensgeschichte. Die genaue Aufschlüsselung nach Serien unten stammt jedoch aus technischer Dokumentation von Drittanbietern und nicht aus den von Schneider selbst veröffentlichten Datenblättern. Betrachten Sie sie daher als Ausgangspunkt, um sie mit dem aktuellen Datenblatt Ihres spezifischen Modells abzugleichen, und nicht als endgültige Tatsache: Der Schutzumfang von Sepam konzentriert sich im Allgemeinen auf Überstrom/Erdschluss (ANSI 50/51, 50N/51N), gerichteten Überstrom (67), thermische Überlast (49) und Leistungsschalterausfall (50BF), wobei nur bei höheren Sepam-Modellen ein eingeschränkter Transformator-Differenzialschutz (87T) vorhanden ist. Distanzschutz (21) ist im Allgemeinen mit der MiCom-Serie 40 und Leitungs-Differenzialschutz (87L) mit der Serie 50 verbunden (Serie 60 deckt speziell den Transformator-Differenzialschutz ab, nicht Distanz- oder Leitungs-Differenzialschutz; Bus-Differenzialschutz (87B) befindet sich auf einer separaten Spezial-MiCom-Ebene außerhalb des in der Tabelle dieses Leitfadens behandelten Serienumfangs – siehe die Serientabelle unten). Bezüglich IEC 61850 ist die offizielle Dokumentation von Schneider Electric hilfreicher als die von Drittanbietern: Schneider Electric veröffentlicht ein eigenes „Sepam, IEC 61850 Benutzerhandbuch“ (Dok.-Nr. SEPED306024EN), dessen Produktliste die Sepam-Serien 20, 40, 60 und 80 umfasst. Dies bedeutet, dass die IEC-61850-Kommunikation für die gesamte Sepam-Produktpalette dokumentiert ist und nicht, wie manche Quellen fälschlicherweise annehmen, nur für die S80-Serie verfügbar ist. Prüfen Sie anhand des aktuellen Datenblatts von Schneider Electric, welche Edition und welches Profil Ihr Sepam-Modell unterstützt, bevor Sie pauschal von „Ja“ oder „Nur S80“ ausgehen.
Eatons Ansatz in diesem Vergleich ist strukturell einfacher: EDR3000, EDR5000 und die E-Serie werden als eine einzige digitale Stromrelais-Produktlinie vermarktet und nicht als zwei historisch getrennte Familien. Die IEC 61850 GOOSE-Kommunikation ist laut Eatons öffentlich zugänglichen Produktunterlagen eine Standardfunktion der E-Serie. Dieser Artikel konnte diese Positionierung nicht unabhängig von Eaton bestätigen, und unabhängige Vergleichsdaten von Drittanbietern zur Funktionsabdeckung von Eaton sind vergleichsweise spärlich. Daher sollten Aussagen zur Funktionsgleichheit zwischen den Marken hier als unbestätigt und nicht als laborbestätigt betrachtet werden. Konkurrierende Plattformen in derselben fortschrittlichen Schutzklasse, wie beispielsweise die modulare SIPROTEC 5-Architektur von Siemens, veranschaulichen eine dritte Designphilosophie: Anstatt zwei separate Produktfamilien bietet Siemens eine modulare Hardwareplattform für alle Schutzfunktionen – von einfachen Überstromschutzsystemen bis hin zu komplexen Sammelschienen-Differenzialschutzsystemen und in Schaltanlagen integrierten Systemen.
| Modellreihe | Klasse | Typische Spannung | IEC 61850 | Entfernung (21) | Differenzial (87) | Einschränkungen / Nicht geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sepam Serie 20 | Logistik | MV | Dokumentiert* | Nein (Drittanbieter) | Nein (Drittanbieter) | Schwerpunkt: Schutz von Abzweigleitungen; nicht für Niederspannungsprojekte (<1 kV), digitale Umspannwerke oder Übertragungsprojekte |
| Sepam Serie 40 | Logistik | MV | Dokumentiert* | Nein (Drittanbieter) | Nein (Drittanbieter) | Umfasst mehrere anwendungsspezifische Varianten (Zuleitungs-, Transformator-, Motorschutz-Suffixe), keine Serie für eine einzelne Anwendung; Drittanbieter berichten über keine Unterschiede in Bezug auf Entfernung/Leitung/Transformator innerhalb der Serie. |
| Sepam Serie 60 | Logistik | MV | Dokumentiert* | nicht verifiziert | nicht verifiziert | Bestätigt durch den Geltungsbereich des IEC 61850-Handbuchs von Schneider Electric; Funktionsdetails wurden in diesem Leitfaden nicht unabhängig verifiziert. |
| Sepam Serie 80 | Logistik | MV | Dokumentiert* | Nein (Drittanbieter) | Limited 87T (Drittanbieter) | Höchste SEPAM-Stufe laut Drittanbieterquellen; weiterhin keine Meldungen zu 21/87B/87L. |
| MiCom Serie 20 | Dienstprogramm | MV | Nein (Drittanbieter berichten ausschließlich über ältere Protokolle). | Nein | Nein | Verteilerzuleitungsebene; nicht für den Schutz von Hochspannungsübertragungsdistanzen. (Schneider vertreibt heute auch eigenständig höherwertige MiCom-Familien – siehe den Hinweis zu P34x/P54x oben und den Abschnitt Produktlinienübersicht – daher umfasst „MiCom“ im aktuellen Katalog von Schneider mehr als nur diese Einstiegsserie.) |
| MiCom Serie 30 | Dienstprogramm | MV | Nein (Drittanbieter berichten ausschließlich über ältere Protokolle). | Nein | Nein | Netzanschlussebene; nicht für Transformatorschutz |
| MiCom Serie 40 | Dienstprogramm | Mittel-Hochspannung | Ja | Ja | Nein | Weitgehend als zuverlässiges Arbeitspferd für Distanzschutz angesehen; Premium-Preisgestaltung im Vergleich zu niedrigeren Serien; Bus-Differenzial (87B) befindet sich in einer separaten Spezial-MiCom-Kategorie, die in dieser Tabelle nicht aufgeführt ist. |
| MiCom Serie 50 | Dienstprogramm | HV | Ja | Ja | Ja (87L) | Spezialist für Leitungsdifferenziale; nicht standardmäßig für Arbeiten an lokalen Zuleitungen zuständig. |
| MiCom Serie 60 | Dienstprogramm | Mittel-Hochspannung | Ja | Nein | Ja (87T) | Spezialist für Transformatorschutz; keine Distanzfunktion |
| MiCom Serie 80 | Dienstprogramm | Mittel-Hochspannung | Ja | Nein | Ja | MiCom-Modell der höchsten Versorgungsstufe; nicht optimiert für reine Zuleitungsprojekte |
*Die Dokumentation gemäß IEC 61850 für die Sepam-Serien 20/40/60/80 stammt direkt aus dem Benutzerhandbuch „Sepam, IEC 61850“ von Schneider Electric (Dokument-Nr. SEPED306024EN), dessen Produktliste alle vier Serien umfasst. Dies widerspricht der früheren Annahme, dass IEC 61850 eine exklusive Option für die S80-Serie sei. Diese Annahme wurde nach direkter Überprüfung anhand des veröffentlichten Handbuchs von Schneider Electric korrigiert. Die mit „Drittanbieter“ gekennzeichneten Spalten zu Schutzfunktionen stammen aus einem Artikel in der Wissensdatenbank eines Drittanbieters für Industrieanlagen. Der Autor ist als Automatisierungssystemingenieur von Schneider Electric ausgewiesen. Betrachten Sie diese Informationen als herstellernahe Sekundärquelle und nicht als unabhängige Überprüfung. Vergleichen Sie die Angaben mit dem aktuellen Datenblatt Ihres spezifischen Modells, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen. Die Spalten zu MiCom stammen aus demselben herstellernahen Artikel. Siehe Referenzen und Quellen unten.
F: Warum verkauft Schneider sowohl SEPAM- als auch MiCom-Produktlinien?
Schneider erwarb beide Produktlinien durch separate Fusionen, SEPAM über Merlin Gerin im Jahr 1992 und MiCom über die Aufteilung der AREVA-Übertragungs- und Verteilungsanlagen, und führte beide weiter, anstatt sie zu konsolidieren.
IEC 61850 und Kompatibilität mit digitalen Umspannwerken

Sowohl Schneider Electric als auch Eaton bieten Relaismodelle mit IEC 61850-Unterstützung an. Die von beiden Herstellern angegebene „IEC 61850-Unterstützung“ bedeutet jedoch weder eine identische Implementierung noch eine automatische herstellerübergreifende Plug-and-Play-Funktionalität. Laut KEMA Labs (einer Prüfabteilung von CESI) ist die IEC 61850 Edition 2.1-Zertifizierung ab Januar 2024 die erforderliche Grundlage für die neuen UCAIUG-Zertifizierungsprüfungen (UCA International Users Group). KEMA Labs ist ein akkreditiertes Prüflabor, das die UCAIUG-Zertifizierungsanforderungen prüft und nicht den ursprünglichen Richtlinientext der UCAIUG. Die Änderung betrifft jedoch sowohl IED-Hersteller als auch die akkreditierten Prüflaboratorien, die diese zertifizieren.
„Dieses Zertifizierungsverfahren ist eine notwendige Voraussetzung für die Interoperabilität der Geräte, die für Energieversorger, Systemintegratoren und Hersteller, die an der Automatisierung komplexer Umspannwerke beteiligt sind, unerlässlich ist.“
— Riccardo Maria Seresini, leitender Ingenieur, KEMA Labs (eine CESI-Abteilung)
Die IEC selbst beschreibt den Zweck des Standards genau: IEC 61850 ist so konzipiert, dass „interoperable Lösungen verschiedener Hersteller“ durch standardisierte Datenmodelle, die Substation Configuration Language (SCL) und gemeinsame Kommunikationsdienste zwischen intelligenten elektronischen Geräten (IEDs) ermöglicht werden – Ziel des Standards ist echte herstellerübergreifende Interoperabilität, nicht Herstellerbindung.
Konformität und geprüfte Interoperabilität sind zwei unterschiedliche Aussagen. Ein IEC-61850-Konformitätszertifikat belegt, dass ein Gerät die Datenmodelle und Kommunikationsdienste des Standards gemäß den standardinternen Konformitätstests korrekt implementiert. Es beweist jedoch nicht, dass dieses Gerät in Kombination mit Ihren spezifischen Engineering-Tools und Ihrem Inbetriebnahme-Workflow nahtlos mit einem Gerät eines anderen Herstellers in Ihrem Projekt interoperabel ist. Diese Interoperabilität kann nur durch Ihre eigene SCL-Validierung und Werksabnahmeprüfung der tatsächlich in Ihrem Stationsbus eingesetzten Geräte nachgewiesen werden und lässt sich nicht allein aus dem Konformitätszertifikat eines Herstellers ableiten.
Die eigentliche Nuance liegt in der Implementierungstiefe, nicht in der Designabsicht des Standards: Ein Praxisleitfaden für die Einführung von Produkten verschiedener Hersteller dokumentiert, dass der SCL-Dateiaustausch zwischen Anbietern häufig zu inkonsistenten Logical-Node-Typen führt, selbst wenn jedes Gerät die Konformität beansprucht. Dies liegt daran, dass die Hersteller den Standard unterschiedlich erweitern, proprietäre Logical-Node-Erweiterungen, herstellerspezifische SCL-Schema-Handhabung und unterschiedliches Verhalten des GOOSE-Abonnementfilters erhebliche technische Schwierigkeiten bei der Werksabnahmeprüfung verursachen – unabhängig davon, ob die Konformitätsbehauptung jedes Geräts korrekt ist. In der Praxis hängt die Unterstützung von IEC 61850 von der Edition (1, 2 oder 2.1), den implementierten Profilen und Datenmodell-Teilmengen sowie der Gründlichkeit der Validierung der SCL-Engineering-Tools anhand von Geräten anderer Hersteller während der Inbetriebnahme ab. Gleichwertige Konformitätsbehauptungen bedeuten nicht automatisch einen gleichwertigen Entwicklungsaufwand. Die Relaisreihe P3/P5 von Schneider Electric, heute unter der Marke PowerLogic vertrieben (in einigen Produktunterlagen und Artikelnummern auch als Easergy P3/P5 geführt – für diesen Artikel konnte keine verifizierte Quelle gefunden werden, welche Bezeichnung für diese spezifischen Modelle zuerst verwendet wurde; es wird lediglich erwähnt, dass beide in aktuellen Schneider-Materialien vorkommen), ist für den Mittelspannungsbereich (1–52 kV) mit Unterstützung der IEC 61850 Edition 2 vorgesehen. Die Prozessbus-Unterstützung ist auf die P5-Serie beschränkt. Die E-Serie von Eaton ist ähnlich positioniert und unterstützt GOOSE-Messaging für den digitalen Schutz und die Steuerung von Abzweigen in Mittelspannungs-Umspannwerken. Prüfen Sie die spezifische Edition, das Profil und die Prozessbus-Fähigkeit anhand der SCL-Engineering-Anforderungen Ihres Projekts. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Angabe „IEC 61850-konform“ in einem Datenblatt, um Interoperabilität zu gewährleisten. Unabhängig von der gewählten Marke sollte der Integrator die SCL-Dateien vor der Inbetriebnahme für alle Geräte am selben Stationsbus konfigurieren und validieren, nicht nur anhand des Datenblatts des jeweiligen Relais.
Ein häufiger Fehler beim Kauf: die Annahme, dass „IEC 61850-konform“ identisches Verhalten bei allen Marken bedeutet. Konformitätsangaben beziehen sich auf das Datenmodell und die Kommunikationsdienste; sie garantieren jedoch weder die gleiche Edition noch den gleichen Konformitätsumfang oder automatische Interoperabilität ohne SCL-Validierungstests zwischen den jeweiligen Geräten der Hersteller.
F: Unterstützt SEPAM IEC 61850?
Ja, und zwar umfassender als es einige Sekundärquellen nahelegen. Schneiders eigenes IEC 61850-Benutzerhandbuch dokumentiert das Protokoll für die Sepam-Serien 20, 40, 60 und 80 und nicht als eine auf eine einzelne Serie beschränkte Option.
Lichtbogenerkennung vs. zonenselektive Verriegelung: Sicherheit, Diagnose und Bauform

Die PowerLogic P5-Serie von Schneider Electric wird in öffentlichen technischen Unterlagen als mit einem direkten Eingang für Lichtbogensensoren ausgestattet beschrieben, während die Plattform von Eaton auf zonenselektiver Verriegelung (ZSI) als Koordinierungstechnik basiert. Diese Markenmerkmale sind nicht direkt austauschbar und lösen nicht dasselbe Problem. Die Lichtbogenexposition ist ein Ergebnis der Systemplanung, das von der Fehlerstromstärke und der gesamten Abschaltzeit entlang der Schutzkette abhängt. ZSI hingegen ist eine spezifische Koordinierungstechnik zur Verkürzung der Abschaltzeit zwischen vorgelagerten und nachgelagerten Geräten. Ein Relais mit Lichtbogensensor-Eingang verfügt über einen dedizierten Sensoreingang, der bei Erkennung des Lichtsignals eines Lichtbogenfehlers eine sehr schnelle Auslösung bewirken kann. ZSI verkürzt die Abschaltzeit in der anderen Richtung: Normalerweise wartet jedes Relais eine Koordinierungszeit ab, damit nachgelagerte Geräte die erste Möglichkeit zur Fehlerbehebung erhalten. Mit ZSI schaltet das vorgelagerte Relais jedoch auf eine kurze (oftmals sofortige) Auslösezeit um, sobald es kein Sperrsignal von einem nachgelagerten Gerät empfängt – was genau dann der Fall ist, wenn sich der Fehler in der eigenen Zone des vorgelagerten Relais und nicht in der nachgelagerten Zone befindet. Das Senden dieses Sperrsignals durch nachgelagerte Relais gewährleistet die Selektivität für Fehler, die tatsächlich nachgelagert auftreten; die schnellere Behebung bezieht sich speziell auf Fehler, die das vorgelagerte Gerät selbst beheben muss.
Beide Ansätze tragen zur Reduzierung von Störlichtbögen bei, jedoch an unterschiedlichen Stellen innerhalb des Schutzsystems der Verteilung. Keiner der Ansätze schließt sich gegenseitig aus; ein System kann beide als komplementäre Störlichtbogenschutzmaßnahmen neben den geltenden Sicherheitsstandards und anderen Auslegungsfaktoren implementieren. Weder ein Lichtsensor-Relais-Eingang noch ZSI allein bieten einen vollständigen Störlichtbogenschutz; beide sind Eingangsgrößen einer umfassenderen Gefahrenanalyse, die auch den verfügbaren Fehlerstrom und die gesamte Systemabschaltzeit berücksichtigt.
Die Bauform ist ein direkter vergleichbares und konkreteres Kaufkriterium: Hochwertige Relais von Schneider Electric sind üblicherweise mit herausnehmbaren Baugruppen für Wartungsarbeiten ausgestattet, während kompakte Einzelgehäuse (wie sie bei einigen digitalen Relais von Eaton vorkommen) zwar den Platz im Schaltschrank reduzieren, jedoch für bestimmte Wartungsarbeiten eine vollständige Demontage erfordern. Die Auslösespule des Leistungsschalters selbst zieht während des kurzen Betätigungsimpulses, der die Auslösung bewirkt, Strom (eine separate Überwachungsschaltung mit deutlich geringerem Strom überwacht den Zustand der Spule kontinuierlich zwischen den Schaltvorgängen). In einem dokumentierten Anwendungsbeispiel einer 13.8-kV-Schaltanlage, das in einem Fachartikel für industrielle Systemtechnik beschrieben wird , wurde die Auslösespule mit 3.5 A bei 125 V DC angegeben. Dies ist jedoch ein einzelner Anwendungsfall und kein branchenweiter Wert. Dieser Text verdeutlicht, warum die Überprüfung so wichtig ist: Viele Relaisausgangskontakte sind nur für Lichtsignale oder Pilotbetrieb ausgelegt und liegen damit weit unter dem Strom, den eine Auslösespule während ihres Betätigungsimpulses in Anwendungen wie der oben beschriebenen aufnehmen kann. Die genauen Kontaktwerte variieren stark je nach Relaismodell und Betriebsart (Wechselstrom vs. Gleichstrom, ohmsch vs. induktiv). Daher ist es wichtig, das eigene Datenblatt zu prüfen, anstatt einen universellen Wert anzugeben. Solche Abweichungen können Installateure in Schwierigkeiten bringen, die annehmen, dass jeder Relaisausgang die Auslösespule eines Schutzschalters sicher auslösen kann. Die genaue Stromaufnahme variiert jedoch je nach Schutzschalter- und Relaismodell und muss anhand des Typenschilds des eigenen Geräts überprüft werden, anstatt sie anhand eines einzelnen Beispiels anzunehmen. Überprüfen Sie die genaue Stromaufnahme anhand des Typenschilds oder der technischen Bedienungsanleitung Ihrer spezifischen Schutzschalter-Auslösespule und vergleichen Sie sie mit der Nennstromaufnahme Ihres Relaisausgangskontakts, unabhängig von der Bauform des Herstellers. Beide Ansätze sind nicht universell richtig: Ausziehbare Ausführungen eignen sich für Standorte mit häufigen Tests im Schaltschrank, während kompakte Ausführungen für Nachrüstungen mit begrenztem Platzangebot besser geeignet sind. Die Umweltklassifizierung ist eine verwandte, oft übersehene Spezifikation: Standardmäßige Relais in der Industrie sind typischerweise für einen Temperaturbereich von -20 °C bis +55 °C ausgelegt, während Varianten für raue Umgebungen einen Bereich von -40 °C bis +70 °C abdecken. Dies ist mit einem realen, aber nicht quantifizierten Preisaufschlag verbunden (der genaue Prozentsatz variiert je nach Modell und Hersteller; fragen Sie Ihren Händler nach den Preisen für Varianten für raue Umgebungen). Eine Feuchtigkeitstoleranz von ca. 95 % relativer Luftfeuchtigkeit (nicht kondensierend) ist für die meisten Inneninstallationen geeignet, während für Außen- oder tropische Standorte eine Schutzlackierung erforderlich sein kann. Die Vibrationsfestigkeit gemäß IEC 60255-21-1 ist in Klassen über einen standardisierten sinusförmigen Testfrequenzbereich eingeteilt. Niedrigere Klassen eignen sich für die meisten Montagearten in der Nähe von Schaltanlagen, höhere Klassen für anspruchsvollere Vibrationsumgebungen (Installationen in Erdbebengebieten erfordern eine separate Qualifizierung gemäß IEC 60255-21-3, die nicht von der Vibrationsklassifizierung -21-1 abgedeckt wird). Prüfen Sie die genaue Schutzklasse, die Frequenzgrenzen und die gn-Klassifizierung – sowie gegebenenfalls die seismische Qualifikation – Ihres spezifischen Modells anhand Ihrer tatsächlichen Installationsumgebung und nicht nur anhand der Angaben im elektrischen Datenblatt. Die Störfestigkeit gegenüber elektrischen Transienten ist eine verwandte, aber separate Anforderung, die im IEEE-Standard C37.90.1-2024 für Überspannungsfestigkeit (siehe Abschnitt „Prüfung“ weiter unten) beschrieben ist. Gehen Sie daher nicht davon aus, dass die Schwingungsklasse auch die Störfestigkeit gegenüber Überspannungen abdeckt. Unabhängig von der gewählten Kombination aus Sicherheitsarchitektur und Bauform bleibt das Ziel dasselbe: ein Schutzsystem, das die Lichtbogenenergiebelastung gering hält und die Abschaltzeit vorhersehbar macht. Denn diese Kombination schützt tatsächlich Personal und Anlagen, nicht die einzelne Produktbezeichnung eines Herstellers im Datenblatt.
Schutzfunktionsabdeckung: Überstrom-, Differenzial-, Erdschluss- und Motorschutz

Bevor wir Marken hinsichtlich einzelner Schutzfunktionen vergleichen, ist es wichtig, die Funktion eines Relais innerhalb eines Fehlerschutzsystems genau zu verstehen: Das Relais ist eine Komponente neben Stromwandlern, der Gleichstrom-Steuerstromversorgung der Station, der Steuerverdrahtung, dem Auslösepfad des Leistungsschalters und der Abstimmung der Einstellungen benachbarter Geräte. Daher kann ein Relais mit hervorragenden Einzelleistungswerten dennoch ein ungeeignetes Schutzsystem verursachen, wenn die umgebenden Schnittstellen nicht aufeinander abgestimmt oder fehlerhaft in Betrieb genommen wurden. Aus diesem Grund ist der untenstehende Abschnitt zur Inbetriebnahme genauso wichtig wie die Funktionstabelle.
Vor diesem Hintergrund decken die höherwertigen Produktlinien beider Marken die Standard - Schutzfunktionen gemäß ANSI-Gerätefunktionsnummern für Mittel- und Hochspannungsleitungen, Motoren und Transformatoren ab. Überstromschutz (50/51), Erdschlussschutz (50N/51N), Richtungsüberstromschutz (67), thermischer Schutz/Motorüberlastschutz (49) und Schutzschalterausfallschutz (50BF) sind sowohl für die SEPAM- als auch für die MiCom-Produktlinien von Schneider Electric als auch für die digitale Produktlinie von Eaton umfassend verfügbar. Innerhalb des Schneider Electric-Portfolios sind Distanzschutz (21) und Leitungsdifferenzialschutz (87L) in der MiCom-Serie 40+ standardmäßig enthalten, nicht jedoch in der Sepam-Serie. Daher ist die Entscheidung für das passende Produkt in der Praxis weniger eine Frage von „Schneider oder Eaton“ als vielmehr eine Frage von „Enthält diese Serie und Funktionsstufe die tatsächlichen Anforderungen meines Projekts?“. Die untenstehende Auswahlmatrix liefert hierzu eine direktere Antwort als das selbstständige Vergleichen der Herstellerdatenblätter.
Welche Wahl sollten Sie treffen? Eine Auswahlmatrix nach Spannungsniveau und Anwendung

Die eigentliche Vorauswahl richtet sich primär nach Spannungsebene und Anwendung, weniger nach Marke A versus Marke B. Ein Energieversorger, der Geräte für den Übertragungsbereich sucht, und ein Hersteller, der Motorschutz für Niederspannung benötigt, suchen beide nach „Schutzrelais“, landen aber in völlig unterschiedlichen Bereichen der jeweiligen Anbieterkataloge. Die untenstehende Auswahlmatrix „Spannung x Anwendung“ ermöglicht genau dies: Ordnen Sie Ihr Projekt einer Zeile zu und verwenden Sie anschließend die darunterliegende Checkliste für die Angebotsanfrage, um Ihre Anfrage zu spezifizieren.
| Spannungspegel | Anwendung | Vorauswahl | Einschränkungen / Nicht geeignet für |
|---|---|---|---|
| LV (<1 kV) | Motorschutz | Digitale Motorschutzrelais von Eaton; die Niederspannungs-spezifischen Motorschutzoptionen von Schneider fallen nicht unter die in diesem Leitfaden behandelte SEPAM/MiCom-orientierte Beschaffung. | Keine Distanz-/Differenzialfunktionen (21/87); nicht für Zuleitungs- oder Übertragungsleitungsprojekte |
| LV (<1 kV) | Feeder-Schutz | Die Quellenangaben in diesem Leitfaden zu den digitalen Produktlinien beider Marken (Eaton EDR3000, Sepam) belegen, dass es sich um Mittelspannungs-Schaltanlagen handelt und nicht um Niederspannungs-spezifische Produkte. | Bitte bestätigen Sie jegliche Optionen für den Niederspannungs-Zuleitungsschutz (<1 kV) direkt bei den jeweiligen Anbietern – die in diesem Leitfaden enthaltenen Informationen, die sich auf SEPAM/MiCom/Eaton-Digitalleitungen konzentrieren, bestätigen nicht unabhängig, ob ein Niederspannungsmodell für eine der beiden Marken verfügbar ist. |
| MV (1–52 kV) | Feeder-Schutz | Sepam Serie 20; PowerLogic P3; Eaton EDR3000 | Keine Distanz-/Differenzialfunktionen; nicht für Generator- oder Hochspannungsübertragungsschutz geeignet |
| MV (1–52 kV) | Motorschutz | Sepam Serie 40; PowerLogic P3 | Die Serie 40 umfasst mehrere anwendungsspezifische Modellvarianten (mit Bezeichnungen für Zuleitungs-, Transformator- und Motorschutz). Prüfen Sie das spezifische Motorschutzmodell innerhalb der Serie, nicht nur die Seriennummer – dies ist kein Ersatz für einen dedizierten Zuleitungs- oder Transformator-Differenzialschutz. |
| MV (1–52 kV) | Transformatorschutz | Sepam-Serie 80; MiCom-Serie 60 | Die MiCom-Serie 60 deckt nur 87T ab, keine Entfernungsmessung (siehe Tabelle oben). Eatons Namenskonvention für die E-Serie (EDR = Zuleitung/Verteilung, EMR = Motor) deutet auf eine separate Modellreihe mit dem Präfix ETR für den Transformatorschutz hin. In diesem Artikel wurde keine Eaton-Modellnummer für den Transformatorschutz ermittelt; bitte wenden Sie sich direkt an Eaton. |
| MV–HV | Generatorschutz | MiCom P34x (Schneider Electric oder GE Vernova, siehe Produktlinienabschnitt oben); aktuelle Eaton-Datenblätter direkt prüfen | Die Kompatibilität des Generatorschutzsystems MiCom P34x wurde direkt anhand des aktuellen Produktkatalogs von Schneider Electric bestätigt. Dort ist das P34x in der offiziellen Kategorie „MiCOM Px40 Series“ von Schneider Electric gelistet (zusammen mit P44x Distanzschutz, P54x Differenzial-/Distanzschutz und anderen Modellen). Diese offizielle Schneider-Gruppierung unterscheidet sich von der Nummerierung „Serie 20-80“ in der obigen Serienreferenztabelle. Letztere stammt aus einem externen Leitfaden und entspricht nicht der offiziellen Katalogstruktur von Schneider Electric. Die Seriennummern in dieser Tabelle dienen daher nur als grobe Orientierung. Die tatsächlichen Modellnummern sollten Sie beim Hersteller erfragen. Eatons aktuelles digitales Produktsortiment ist hier als auf Zuleitungen/Transformatoren ausgerichtet dokumentiert. Für diesen Artikel konnten keine vergleichbaren Generatorschutzsysteme von Eaton gefunden werden. Bitte wenden Sie sich direkt an Eaton, wenn Sie diese Marke für Ihre Anwendung in Betracht ziehen. |
| Hochspannung / Übertragung | Distanzschutz | MiCom Serie 40/50 (erhältlich sowohl von Schneider Electric als auch von GE Vernova, siehe oben im Abschnitt „Produktlinie“) | Preisniveau für Netzbetreiber/Übertragungstechnik; überdimensioniert und für industrielle Niederspannungs-/Mittelspannungsanwendungen unwirtschaftlich; dieser Artikel fand keine Quellen, die bestätigen, dass Eatons aktuelle digitale Produktlinie (anderswo als auf Abzweige/Transformatoren ausgerichtet dokumentiert) eine vergleichbare Hochspannungs-Distanzschutzfunktion bietet – bitte wenden Sie sich direkt an Eaton, wenn Sie diese Marke für Ihre Anwendung in Betracht ziehen. |
| Hochspannung / Übertragung | Leitungsdifferentialschutz | MiCom Serie 50 (erhältlich sowohl von Schneider Electric als auch von GE Vernova, siehe den Abschnitt „Produktlinie“ oben) | Spezialist für Netzdifferenziale; nicht die Standardwahl für lokale Zuleitungen oder Motorschutz. In diesem Artikel konnte keine Quelle gefunden werden, die ein gleichwertiges Eaton-Netzdifferenzial (87L) im aktuellen digitalen Sortiment bestätigt – wenden Sie sich bitte direkt an Eaton, wenn Sie diese Marke für Ihre Anwendung in Betracht ziehen. |
| Hochspannung / Übertragung | Digitales Umspannwerk, Prozessbus (IEC 61850) | MiCom Serie 40+ (Schneider Electric und GE Vernova bieten beide Modelle dieser Leistungsklasse an); Schneider PowerLogic P5 | Die Prozessbusunterstützung ist modellspezifisch (Schneider beschränkt sich auf die P5-Serie, siehe Abschnitt IEC 61850 oben) und nicht automatisch für alle aufgeführten Familienmitglieder verfügbar. In diesem Artikel konnten keine Quellen gefunden werden, die die E-Serie von Eaton (anderswo als auf Speiseleitungen/Transformatoren und Mittelspannung ausgerichtet dokumentiert) im Bereich Hochspannungs-/Übertragungs-Prozessbusse bestätigen. Bitte wenden Sie sich direkt an Eaton, wenn Sie diese Marke für Ihre Anwendung evaluieren. |
Diese Matrix dient als erstes Screening-Tool zur Eingrenzung der Lieferanten- und Serienauswahl nach Spannungsklasse und Anwendung. Sie ersetzt jedoch keine umfassende Systemanalyse. Die Abstimmung der Einstellungen mit benachbarten Geräten, die Strom-/Spannungswandlercharakteristik, die Schnittstellen von Leistungsschaltern und Auslösekreisen sowie ein validiertes Netzmodell tragen wesentlich zur endgültigen Eignung bei und gehen weit über die Informationen hinaus, die eine Tabelle mit Spannung und Anwendung allein liefern kann.
Checkliste für Angebotsanfragen – kopieren Sie diese in Ihre Angebotsanfrage:
| Parameter | Empfohlene Reichweite | Warum es wichtig ist | So überprüfen Sie |
|---|---|---|---|
| Spannungsklasse | Niederspannung / Mittelspannung (1-52 kV) / Hochspannung pro Projekt – Einliniendiagramm | Legt fest, welche Serienfamilie überhaupt in Frage kommt. | Vergleichen Sie die Angaben mit der vom Hersteller veröffentlichten Spannungstabelle. |
| Erforderliche ANSI-Funktionen | Listen Sie alle 50/51/67/21/87 Funktionen auf, die Ihre Anwendung benötigt. | SEPAM ist bei den meisten Modellen nachweislich nicht mit den Modulen 21/87B/87L ausgestattet (der Status der Serie 60 ist in diesem Leitfaden nicht verifiziert) – allein dies kann ein ganzes Familienauto ausschließen. | Fordern Sie das detaillierte Datenblatt mit allen Funktionen an, keine Marketingzusammenfassung. |
| IEC 61850 Ausgabe/Profil | Geben Sie Edition 2.1 an, wenn die UCAIUG-Aktualisierung erforderlich ist. | Die Version 2.1 ab Januar 2024 ist die Zertifizierungsgrundlage gemäß der Darstellung der UCAIUG-Richtlinien durch KEMA Labs (nicht dem von UCAIUG selbst veröffentlichten Text). | Fordern Sie die UCAIUG/KEMA Labs-Zertifizierungsreferenz für das jeweilige Modell an. |
| Prozessbus-Anforderung | Bitte explizit Ja/Nein angeben. | Die Unterstützung für Prozessbusse ist serienspezifisch, nicht markenweit (z. B. nur Schneider P5). | Prüfen Sie die Kompatibilität mit der Liste der prozessbusfähigen Modelle des Anbieters. |
| Formfaktor | Ausziehbares vs. kompaktes Einzelgehäuse | Beeinträchtigt den Wartungszugang und den Platz im Schaltschrank | Zeichnung/Ausschnitt für die Paneelzeichnung anfordern |
| Unterstützung bei der Inbetriebnahme | IEC 61850-Konformitätsprüfbericht + Injektionsprüfplan | Die bloße Erfüllung von Konformitätsansprüchen beweist noch nicht die betriebsbereite Interoperabilität. | Fordern Sie einen Beispiel-SCL-Validierungsbericht aus einem früheren Projekt an. |
Preisgestaltung, Kostenstufen und Verfügbarkeit

Weder Schneider Electric noch Eaton veröffentlichen Preislisten speziell für Schutzrelais, und verlässliche Preisdaten von Drittanbietern sind branchenweit rar – eine Tatsache, die sich auch in der Recherche zu diesem Artikel bestätigt hat und nicht einfach ignoriert werden kann. Sicher ist jedoch die relative Preissegmentierung: Innerhalb des Schneider-Portfolios positioniert sich MiCom mit seinen Funktionen für den Netzbetrieb (Distanz- und Leitungs-/Bus-Differenzialschutz, breitere Protokollunterstützung inklusive DNP3 und IEC 60870-5-104) im Allgemeinen höher als SEPAM mit seinen industriellen Funktionen. Eatons digitale E-Serie ist aufgrund ihres ähnlichen Funktionsumfangs gemäß IEC 61850/GOOSE vergleichbar mit MiCom positioniert. Budgetgespräche mit dem jeweiligen Distributor sollten daher anhand der benötigten Funktionsumfänge gemäß der obigen Auswahlmatrix geführt werden, nicht anhand allgemeiner Preisannahmen für die jeweilige Marke. Ein öffentlich zugänglicher Datenpunkt zum Vergleich: Laut einem Beschaffungsbericht der Wasseraufbereitungsanlage Rockdale County, Georgia, aus dem Jahr 2025 kostete der Austausch eines einzelnen Eaton EMR-3MP0 Motorschutzrelais 16,735 US-Dollar (Nettopreis für den Kunden). (Das EMR-3MP0 ist Eatons Motorschutzmodell der E-Serie und nicht eines der in diesem Leitfaden an anderer Stelle beschriebenen Modelle EDR3000/EDR5000 für den Leitungs-/Transformatorschutz.) Dieser Preis beinhaltet das Relais selbst, ein Glasfaserkabel, eine Adapterplatte, das Auslesen der bestehenden Einstellungen, die Programmierung, die Funktionsprüfung und die Installation vor Ort – nicht den Preis des Relais allein. Es wurden keine vergleichbaren, kürzlich veröffentlichten Transaktionen von Schneider Electric mit ähnlichem Umfang gefunden. Da Preisdaten nur für eine Seite dieses Vergleichs vorliegen, lassen sich aus öffentlichen Quellen derzeit keine verlässlichen Aussagen über die relativen Preise der einzelnen Marken treffen. Dieser Wert kann lediglich für die Budgetplanung von Eaton verwendet werden, nicht aber für einen Preisvergleich zwischen Schneider Electric und Eaton Electric.
Der teuerste Fehler von Käufern ist nicht, zu viel für den Relaispreis zu bezahlen, sondern anzunehmen, der niedrigste Preis entspräche den niedrigsten Gesamtbetriebskosten über fünf Jahre. Ein billigeres Relais, dem eine später benötigte Funktion fehlt – beispielsweise der Distanzschutz, den Sie nicht spezifiziert haben, weil Sie SEPAM mit einem MiCom-Angebot verglichen haben –, erzwingt einen Austausch in der Mitte der Lebensdauer. Ein Relais aus einer Produktfamilie mit geringerer Ersatzteilverfügbarkeit oder einem kleineren regionalen Servicenetz kann einen routinemäßigen Ausfall zu einer längeren Stillstandszeit führen. Planen Sie die für Ihre Anwendung heute benötigten Funktionen plus eine realistische Wachstumsreserve ein: Die wirklich kosteneffektivste Wahl ist diejenige, die einen Austausch in der Mitte der Lebensdauer vermeidet, nicht das billigste Gerät, das die aktuellen Spezifikationen erfüllt.
Prüfung und Inbetriebnahme nach der Auswahl eines Relais

Die Auswahl eines Relais unterscheidet sich vom Betrieb eines Schutzsystems – erst bei der Inbetriebnahme trifft das theoretische Datenblatt auf reale Stromwandler, reale Verdrahtung und reale Fehlerstrombedingungen. In der Praxis ist die Verpolung des Stromwandlers der häufigste Fehler bei der Inbetriebnahme von Schutzrelais und wird in Checklisten der Industrie als solcher aufgeführt. Sie lässt sich durch Primäreinspeisungstests vor der Inbetriebnahme verifizieren und wird erst später im Fehlerfall erkannt. Neben der Stromwandlerpolarität erfordern IEC-61850-Implementierungen insbesondere die Validierung der SCL-Konfiguration und GOOSE-Abonnementtests zwischen den Geräten. Interoperabilitätstests während der Inbetriebnahme sind unerlässlich, selbst wenn jedes Gerät einzeln die IEC-61850-Konformität beansprucht, da der Implementierungsgrad je nach Hersteller und Version variiert, wie im obigen Abschnitt zu IEC 61850 erläutert.
Ein Punkt, der zwar nicht Gegenstand dieses Artikels ist, aber bei der Inbetriebnahme direkt angesprochen werden sollte: Die Gefährdung durch Firmware und Cybersicherheit variiert je nach Modell und Firmware-Version, nicht nur je nach Produktfamilie. Fragen Sie daher Ihren Schneider- oder Eaton-Vertreter nach dem aktuellen Firmware-Wartungsstatus des von Ihnen spezifizierten Geräts und nicht nur nach dem allgemeinen Sicherheitsstatus der Produktlinie.
Spezielle Relais-Testgeräte ermöglichen eine wiederholbare und nicht nur sporadische Überprüfung. Die Relais-Testgeräte von DEMIKS decken sechs Modellfamilien ab und kosten zwischen ca. 700 und 20,000 US-Dollar. Dazu gehört ein dreiphasiges Relais-Testkit mit einer Stromausgangsleistung von 0–30 A und einer Genauigkeit von 0.2 %, einer Spannungsausgangsleistung von 0–320 V mit derselben Genauigkeit sowie einem Frequenzbereich von 0–1000 Hz und einer Auflösung von ±0.01 Hz. Zusätzlich bietet das Gerät einen speziellen Stromwandler-/Spannungswandler-Analysator mit einer Übersetzungsverhältnisgenauigkeit von ±0.05 % und einer Phasengenauigkeit von ±0.5 min für die Übersetzungs- und Belastungsprüfung. Dieser erkennt Polaritäts- und Übersetzungsfehler von Stromwandlern, bevor sie zu einem Kurzschluss führen. Wenn eine umfassendere Inbetriebnahme auch Isolations- und Spannungsfestigkeitsprüfungen am selben Schaltschrank erfordert, liefert der Mehrfrequenz-Spannungsgenerator von DEMIKS 0–400 V bei einem einstellbaren Frequenzbereich von 50–200 Hz mit einer Wellenformverzerrung unter 3 %. Der zugehörige Transformator-Feldkalibrator deckt den Bereich von 0 V bis 2400 V mit einer Genauigkeit von 0.02 % ab und ist für einen Umgebungstemperaturbereich von 5–40 °C geeignet. DEMIKS gibt die Normen IEC 60255 und IEEE C37.90 als Konformitätsstandards für seine gesamte Produktlinie von Relais- und Schutzprüfgeräten an. Diese Basislinie beschreibt den eigenen Konstruktions- und Prüfstandard des Relaisprüfers und ist keine Zertifizierung, die der Prüfer Ihrem Relais erteilt. Das Relais selbst benötigt weiterhin die entsprechenden Herstellerdokumente. Es handelt sich um eine andere Normnummer als die zuvor erwähnte spezifische Norm IEEE C37.90.1-2024 für Überspannungsfestigkeit. C37.90 (allgemeine Anforderungen an Relais/Schutzeinrichtungen) und C37.90.1 (die Unternorm für Überspannungsfestigkeit innerhalb derselben Normenfamilie) sind zwei verschiedene, aktuell gültige Normen und keine ältere Version mit ihrem Nachfolger. Prüfen Sie daher, welche Normnummer in Ihrer Projektspezifikation genau gefordert wird. Unabhängig davon, ob Sie einen Fehler in einer bestehenden Anlage beheben oder ein brandneues Relais zum ersten Mal in Betrieb nehmen, gilt dieselbe dreiphasige Leistungseinspeisungsfähigkeit. Branchenübliche Wartungs- und Prüfrichtlinien, die MTS-Spezifikationen von NETA und ANSI/NFPA 70B empfehlen im Allgemeinen regelmäßige Wiederholungsprüfungen in einem Zyklus von etwa 1–3 Jahren, wobei sich die beiden Normen in Struktur und genauen Intervallen je nach Geräteklasse unterscheiden. Das Alter des Relais, die Kritikalität der Anwendung und die Empfehlungen des Herstellers müssen berücksichtigt werden – die Inbetriebnahme ist der erste Test, nicht der letzte.
Ein Lastwandlerkasten (ein kompaktes Gerät aus dem DEMIKS-Sortiment mit den Maßen 483 x 365 x 178 mm und einer Genauigkeit von ±3 % über den gesamten Betriebsbereich) dient zur Überprüfung der Last während desselben Strom- und Spannungswandlertests. Dokumentieren Sie bei der Inbetriebnahme alle Relais-Seriennummern anhand ihrer Prüfberichte. Diese Rückverfolgbarkeit ist für Gewährleistungsansprüche wichtig und bildet die Grundlage für den Vergleich bei Ihrer nächsten periodischen Wiederholungsprüfung.
Branchenausblick: Warum alternde Stromnetze eine Welle von Relaismodernisierungen auslösen

Ein Hinweis vorab zur regulatorischen Diskussion: Die NERC-Referenzen in diesem Abschnitt gelten ausschließlich für registrierte Eigentümer und Betreiber des nordamerikanischen Stromnetzes und nicht automatisch für jeden Käufer von industriellen Motorschutzsystemen oder Niederspannungsverteilungsanlagen, der über die allgemeine Suche nach „Schutzrelais“ auf diesen Artikel gelangt ist. Wenn es sich bei Ihrem Projekt um den industriellen Motorschutz auf Anlagenebene und nicht um die Stromübertragung oder -erzeugung handelt, liefern die unten aufgeführten NERC-Kriterien Kontextinformationen darüber, warum der Markt insgesamt Nachrüstungen vornimmt, und stellen keine spezifische Compliance-Verpflichtung für Ihre Anlage dar.
Für Energieversorger und Teilnehmer an Großstromnetzen existieren zwei unterscheidbare regulatorische Wege anstelle einer allgemeinen „NERC-Anforderung“. Der Zuverlässigkeitsstandard PRC-023 der NERC (Übertragungsrelais-Belastbarkeit: sein genauer Anwendungsbereich, nicht die Schutzrelais-Einstellungen im Allgemeinen, gemäß dem Titel des NERC-Standards) ist seit seiner ursprünglichen Genehmigung eine obligatorische, von der FERC genehmigte Anforderung, wobei die aktuelle Revision PRC-023-6 seit dem 1. April 2024 gemäß der eigenen Standardseite der NERC (FERC-Aktenzeichen RD23-5-000, Anordnung erlassen am 24.01.2024, Regulierungsanordnung wirksam ab dem 25.01.2024, gemäß derselben NERC-Seite) speziell der Durchsetzung unterliegt; Es verpflichtet die betroffenen Übertragungsnetzbetreiber, die Belastbarkeitsparameter ihrer Übertragungsrelais anhand spezifischer technischer Kriterien festzulegen, sodass die Einstellungen weder die Übertragungslastbarkeit einschränken noch legitime Abhilfemaßnahmen verhindern: eine Vorgabe auf Relais-Hardwareebene, die sich jedoch auf diese eine Einstellungskategorie beschränkt und nicht auf alle Schutzfunktionen eines Relais. Die NERC-CIP-Cybersicherheitsstandards befassen sich separat mit der Kommunikation und dem Schutz von Cyber-Assets anstatt direkt mit Relais-Einstellungen. Das Idaho National Laboratory des US-Energieministeriums hat das Constrained Cyber Communication Device (C3D) als Kommunikationsfiltertechnologie entwickelt, die Schutzrelais für diesen zweiten, auf Cybersicherheit ausgerichteten Bereich umschließt. Diese beiden Komponenten sind in zwei verschiedenen Teilen des Schutzsystems angesiedelt und nicht Teil einer einheitlichen „NERC-Vorgabe“.
Hinter den regulatorischen Vorgaben verbirgt sich ein klarer, praktischer Grund für die Modernisierungsnachfrage: Laut einer Absichtserklärung des US-Energieministeriums aus dem Jahr 2022 waren „Studien des letzten Jahrzehnts belegen, dass 70 Prozent der Übertragungsleitungen und Leistungstransformatoren des Stromnetzes über 25 Jahre alt waren“ (Wortlaut der Absichtserklärung, wörtlich zitiert). Wir bezeichnen dies als die „25-Jahres-Modernisierungs-Klippe“: Alternde Übertragungsleitungen und Transformatoren sind die grundlegende Voraussetzung für die Modernisierung des Stromnetzes, und die Budgets für den Austausch von Relais sind eine sichtbare Folge dieser umfassenden Modernisierungswelle, selbst wenn einzelne Energieversorger nicht mit einem akuten Ausfall konfrontiert sind. Konkret bedeutet dies, dass die entlang dieser alternden Übertragungsinfrastruktur installierten elektromechanischen Relais in einem mehrjährigen Modernisierungszyklus schrittweise durch numerische (mikroprozessorgesteuerte) Einheiten ersetzt werden. Dies ist der Hauptgrund für die kontinuierlichen Investitionen von Schneider Electric und Eaton in diese Produktkategorie. Das Programm „Grid Resilience and Innovation Partnerships“ (GRIP) des US-Energieministeriums (DOE ) mit einem Volumen von 10.5 Milliarden US-Dollar, für das das DOE in den ersten beiden Finanzierungsrunden bereits über 6 Milliarden US-Dollar (bis zu 3.46 Milliarden US-Dollar im Oktober 2023 und rund 4.2 Milliarden US-Dollar im Oktober 2024) bereitgestellt hat, finanziert Modernisierungsmaßnahmen im Übertragungs- und Verteilungsnetz, die auch diese Infrastrukturklasse umfassen. Marktforschungsergebnisse für Schutzrelais prognostizieren ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) bis Ende der 2020er-Jahre. Diese Marktgröße dient als Kontext für den Trend zur Nachrüstung, ist aber nicht das Kernargument – dieses liegt vielmehr in der alternden Infrastruktur und den oben genannten regulatorischen Rahmenbedingungen.
FAQ
F: Welches ist besser, die Schutzrelais von Eaton oder von Schneider Electric?
Es gibt keinen Universalsieger; die richtige Wahl hängt davon ab, welche spezifische Serie Ihren erforderlichen Schutzfunktionen entspricht, ob die IEC 61850 Edition 2.1 eine zwingende Voraussetzung ist und welche Systeme bereits an Ihrem Standort installiert sind.
F: Wer sind die Hauptkonkurrenten von Eaton und Schneider Electric im Bereich Schutzrelais?
Die wichtigsten globalen Wettbewerber im Bereich numerischer Schutzrelais sind neben einander Siemens (SIPROTEC), Hitachi Energy (Relion, manchmal noch „die ehemalige ABB-Linie“ genannt), SEL und GE Grid Solutions (Multilin), während regionale Spezialisten wie Basler Electric und Beckwith Electric engere Nischen bedienen.
F: Kann ich ein SEPAM-Relais durch ein MiCom-Relais ersetzen?
SEPAM und MiCom sind nicht einfach austauschbar, da sie unterschiedliche Montageabmessungen, CT-Eingangskonfigurationen und Verdrahtungsschemata verwenden. Daher erfordert ein Austausch zwischen den Produktfamilien eine vollständige Neukonstruktion des Bedienfelds und nicht nur einen Austausch der Geräte.
F: Unterstützt SEPAM IEC 61850?
Ja, und zwar nicht nur bei den Topmodellen, sondern auch bei mehreren Serien. Das IEC 61850-Benutzerhandbuch von Schneider Electric dokumentiert das Protokoll für die Sepam-Serien 20, 40, 60 und 80, anstatt es auf eine einzige Modellreihe zu beschränken.
F: Welche MiCom-Serie eignet sich am besten für die Automatisierung von Umspannwerken?
Die MiCom Serie 40 gilt weithin als das Arbeitspferd der Versorgungsunternehmen für die Automatisierung von Umspannwerken und bietet Distanzschutz sowie native IEC 61850-Unterstützung und Hardware, die für Umspannwerksumgebungen geeignet ist.
F: Warum verkauft Schneider sowohl SEPAM- als auch MiCom-Produktlinien?
Beide Produktlinien entstanden durch separate Unternehmensübernahmen: SEPAM durch Merlin Gerin im Jahr 1992, MiCom durch die Aufteilung der AREVA-Übertragungs- und Verteilungsanlagen. Schneider behielt beide für ihre jeweiligen etablierten Märkte bei, anstatt sie zu konsolidieren.
Referenzen & Quellen
- Offizielle Referenzseite zu IEC 61850 — Internationale Elektrotechnische Kommission
- IEC 61850 Ed.2.1: Ein neuer Meilenstein in der Interoperabilität intelligenter Stromnetze — Enlit World / KEMA Labs (CESI)
- IEEE C37.90.1-2024 Standard — IEEE Standards Association
- PRC-023-6: Belastbarkeit von Übertragungsrelais — North American Electric Reliability Corporation
- Archiv der Aufträge zur Zuverlässigkeit der Stromversorgung — Bundesenergieaufsichtsbehörde
- Schutzrelais-Zulassungskommunikation — Idaho National Laboratory / US-Energieministerium
- Initiative „Aufbau eines besseren Stromnetzes“ — Bekanntmachung des US-Energieministeriums im Bundesregister
- Netzresilienz- und Innovationspartnerschaften (GRIP) — US-Energieministerium, Amt für Elektrizität
- Beschaffungsprotokoll für die Reparatur von Relais in Wasseraufbereitungsanlagen bis 2025 — Rockdale County, Georgia
- Offizielle Produktkategorieseite von Schneider Electric — Verifizierungsquelle für die aktuelle Auflistung von MiCom P34x/P54x unter der Marke PowerLogic
- Offizielles Produktdatenblatt von GE Vernova — Verifizierungsquelle für die aktuelle MiCom P54-Listung, AREVA-Linien-Übertragungsrelais
Warum wir das schreiben
DEMIKS fertigt Relais-Schutzprüfgeräte und Strom-/Spannungswandler-Analysatoren zur Inbetriebnahme und Überprüfung von Schutzrelais aller führenden Hersteller. Dieser Vergleich basiert auf der Prüfperspektive von Schutzrelais sowie auf den Normen und Richtlinien, die deren Spezifikation regeln. Wir haben den Umfang unserer obigen Beschreibung bewusst eingeschränkt: Unsere Expertise liegt in der Inbetriebnahme und Überprüfung dieser Geräteklasse, nicht in einem unabhängigen, laborgeprüften Ranking aller Serien von Schneider Electric oder Eaton. Geprüft vom technischen Team der DEMIKS Electric Power Technology Co., LTD.
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Nachdem Sie mithilfe der obenstehenden Spannungs-Anwendungs-Auswahlmatrix eine Relaisfamilie in die engere Wahl genommen haben – unabhängig davon, ob Ihr Projekt von der 25-Jahres-Retrofit-Klippe betroffen ist –, ist der nächste Schritt die korrekte Inbetriebnahme. Das umfassendere Angebot an Hochspannungsprüfgeräten von DEMIKS , das die vollständige Inbetriebnahme von Umspannwerken über die reine Relaisprüfung hinaus unterstützt, finden Sie hier.
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